Erfahrungsberichte Freiwilliger

11.06.2017

Von Hühnern, Kompost und Bohnen.Vier Wochen Mitarbeit in Cajamarca.                           Ein Bericht von Isabel Jakob
Die Liebe zu den Bergen, das Interesse an naturverbundenen Lebensstilen und ein nicht müde werdender Entdeckergeist veranlassten mich nach meinem Lehramtsstudium zu einer Reise nach Südamerika. Durch die Mitarbeit in den Anden wollte ich in die indigene Kultur der Länder Peru und Bolivien hineinschnuppern. So stieß ich nach meinen ersten drei Monaten in Peru auf der Suche nach einem neuen Projekt auf das Centro Ecológico Juvenil (CEJ) in Bolivien. Es weckte meine Aufmerksamkeit, da ich schon während eines einjährigen Freiwilligendienstes in Südafrika im Bereich der Forstwirtschaft gearbeitet hatte. Allerdings ging es dort darum, der mächtigen Papierindustrie auf die Finger zu schauen, die im großen Stil das Land der Kleinbauern zu eintönigen, artenarmen Eukalyptusplantagen verwandelte. In Cajamarca schien die Aufforstung dagegen der lokalen Bevölkerung, dem regionalen Kima und der Artenvielfalt zuträglich zu sein. Das wollte ich mir unbedingt genauer ansehen! Und so begann die Reise…

Ankunft und erste Eindrücke in Cajamarca
Am Montag stand ich früh auf, um auf dem Markt Obst und Gemüse für die nächsten zwei Wochen einzukaufen. Denn ich wusste bereits, dass in der Nähe des CEJ keine Einkaufsmöglichkeit besteht. Dann machte ich mich auf den Weg. Vollbepackt stand ich an einer Straßenecke in Sucre, um einen Minibus in Richtung Cajamarca zu nehmen. Meine Mitfahrer waren sehr hilfsbereit und erklärten mir, wo ich umsteigen müsse, um bis in das Dorf Punilla zu gelangen, von wo ich zu Fuß zum Projekt laufen konnte. Schon nach den ersten Schritten auf dem Weg, der sich den Berg hinaufschlängelte, merkte ich, wie schwer mein Rucksack samt Reisegepäck und zweiwöchiger Verpflegung wogen. Endlich stieß ich auf ein Haus, das sich allerdings als ein Nachbarhof herausstellte, der noch ein gutes Stück vom Zentrum entfernt war. Wie froh war ich, als mir Florentina und Mario, die Besitzer, entgegenkamen und anboten, mich mit dem Auto nach oben zu fahren! Bei der Verabschiedung wurde ich eingeladen, doch bald wieder vorbeizukommen. Ich freute mich, in der wenig besiedelten Umgebung so schnell einen Kontakt geknüpft zu haben.

So landete ich also glücklich im CEJ und lernte Manuel und Aleja kennen, die sich um das Gelände, die Hühner, das Gemüse, den Forst und alle Neuankömmlinge kümmern. Von meiner Unterkunft war ich von Anfang an begeistert. Ich durfte mich in dem „Casa de Voluntarios“, einem wunderbar gemütlichen Holzhaus mit Ofen, einer Leseecke, Bad und Küche, einquartieren.
Nach einer erholsamen Nacht mit tiefem Schlaf war ich am nächsten Morgen neugierig zu erfahren, wie meine Arbeit aussehen würde. Bald stellte ich fest, dass meine eigene Motivation und Ideen gefragt sein würden, wenn ich mich im Zentrum einbringen möchte. Denn speziell für Freiwillige gedachte Aufgaben gab es derzeit nicht. Ronald, den ich nachmittags kennenlernte, bestätigte mir diesen Eindruck. Er bat mich, Aleja bei der Arbeit mit den Hühnern zu unterstützen und künftig das Füttern, Ausmisten und Einsammeln der Eier zu übernehmen. Ansonsten könne ich mich auf dem Gelände umsehen und anpacken, wo es etwas zu tun gibt. Dafür gab es eine Menge an  Möglichkeiten. Denn das CEJ hat nicht nur den Kiefern- und Eukalyptusforst sowie die Gästehäuser, sondern auch vier Wintergärten, eine Schreinerei, ein Trockenhaus, die schon erwähnten Hühner, Hunde, ein Pferd, Gänse und Enten und daneben einige Flächen zum Anbau von Gemüse.

Beim Hochbeetbauen mit den Nachbarn
Ich entschloss mich dazu, in den kommenden vier Wochen vor allem in den Gewächshäusern tätig zu werden. Hier gab es einiges zu tun: Paprikapflanzen wollten gestützt werden, Boden musste aufgebessert und junge Pflanzen umgesetzt werden. Durch Aufenthalte in anderen Biobauernhöfen in Deutschland, Portugal, Peru und Sri Lanka hatte ich zudem Kenntnisse über alternative Anbauweisen gesammelt, vor allem in der Permakultur. Einige dieser Elemente wollte ich hier im CEJ umsetzen. Glücklicherweise lernte ich am zweiten Tag Klaus Kretschmer kennen, der sich im Zentrum gerade mit Kompostierung, Hochbeetbau, effektiven Mikroorganismen und der Herstellung von Terra Preta auseinandersetzt. So musste ich nicht alleine werkeln, sondern wir konnten zusammen überlegen, welche Anbaumethoden sich in dieser Höhenlage eignen könnten. Denn die Anden stellen an die Pflanzen besondere Herausforderungen: Untertags ist es heiß und das Land wird einer intensiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt, nachts kühlt es stark ab. Der Boden ist karg, Humusbildung gibt es kaum. Daher sorgten wir uns darum, den Hühnermist zu kompostieren, wobei wir Pflanzenkohle, die wir im Pyrolyseofen hergestellt hatten, und effektive Mikororganismen beimischten. In den Gewächshäusern wurden der Boden mit einer Mulchdecke vor der stark austrocknenden Sonne geschützt und Mischkulturen aus Salat, Spinat und Paprika angelegt. Besonderen Spaß machte mir die Konstruktion von Hochbeeten.

Unter der Anleitung Klaus Kretschmers bauten wir ein solches mit den Nachbarn Mario und Florentina auf ihrem Grundstück und ein weiteres im Zentrum selbst.

                 Kennenlernen der Umgebung und Kultur

In meiner Freizeit nutzte ich die Gelegenheit, die Landschaft und Kultur der näheren Umgebung kennenzulernen. Schon im Zentrum boten sich dazu Möglichkeiten. Von Aleja etwa lernte ich das Kochen einer leckeren Quinoa-Suppe mit Saubohnen, die auf dieser Höhe noch gedeihen. Eine ganz andere Lebenswelt zeigten mir zwei Bolivianer, die aus La Paz für eine Woche zu Besuch kamen und in meinem Alter waren. Wie ich – und doch in ihrer Heimat – suchten sie in den Anden nach den Spuren der indigen Kultur des Landes. Am Wochenende hatte ich zudem Zeit zu wandern und Nachbarorte zu besuchen. Ich genoss die frische Luft beim Trampen auf der Ladefläche von Pick-Ups, durchquerte wunderschöne Flusstäler, bekam aber auch einen Eindruck von der Stadtflucht, die die Einwohnerzahl andiner Dörfer immer mehr dezimiert.  Das CEJ ist meiner Meinung nach schon jetzt ein wichtiger Ort, um junge Menschen aus der Stadt Sucre wieder in den Kontakt mit ihrer Natur zu bringen und zwischen Stadt und Land zu vermitteln. Ich hoffe, dass das Zentrum sein Potenzial als Begegnungs- und Lernstätte inmitten wunderschöner Umwelt zukünftig weiterentwickeln kann und viele Gäste den Weg dorthin finden.

Pflanzaktionen mit Schülern in Tarabuco /(Vernetzt mit Cajamarca)  Bericht von der Freiwilligen:  Anita Schlecht

14.06.2015

In einem kleinen Dorf, Tarabuco, in Bolivien verbringe ich mein Auslandsjahr mit Unterstützung von dem staatlich geförderten Programm „weltwärts“. Hier arbeite ich u.a. in der Grundschule „Manuel G. Mendieta“. Die Schule besitzt nicht nur ihr eignes kleines Gewächshaus, indem die Schüler das Gemüse für ihr Mittagessen anpflanzen, sondern jeder Schüler hat auch seinen eigenen angepflanzten Baum. Da Tarabuco auf ca. 3200m über dem Meeresspiegel liegt, ist leider nur sehr wenig Vegetation in diesem Dorf. Deshalb bemühen sich einige Dorfbewohner mehr Bäume anzupflanzen, auch in den Schulen. Die Kinder bekommen so schon früh ein Gespür für die Pflanzen/ Bäume.

Aus diesem Grund habe ich zusammen mit allen Schülern der “ Mendieta“ 100 neue Bäume pflanzen dürfen. Die Kinder sind immer mit großer Begeisterung dabei, wenn es etwas zu tun gibt im Garten oder im Gewächshaus. Jeder Schüler hat von Zuhause die nötigen Gartengeräte mitgebracht oder zur Not auch mit der Hand die Erde aus den gegrabenen Löchern geholt. Ein ganzen Vormittag lang haben die Kinder die Bäume eingepflanzt. So das nun wieder jeder Schüler seinen eigenen Baum in der Schule betreut

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Informationen für Freiwillige und andere Besucher bei CEJ von Armgard und Hubertus Scholz:


Unsere Erfahrungen stammen aus dem Zeitraum 18.9. – 17.12.2015. Zu anderen (Jahres)zeiten können durchaus andere Bedingungen herrschen.
Geld: Der Wechselkurs des Boliviano zum Dollar war während unseres Aufenthalts gleichbleibend: 1Dollar = 6,97 Bolivianos. Der Wechselkurs zum Euro schwankt also entsprechend dem Wechselkurs Euro/Dollar. Wenn man 1Euro = 7 Bolivianos rechnet, ist man zur Zeit auf der sicheren Seite.
Bargeld gibt es mit Maestro-Karten in allen größeren Orten aus Geldautomaten in Bolivianos oder Dollar. Für das normale Leben braucht man Bolivianos. Große Beträge oder Preise im Tourismusbereich werden gerne in Dollar angegeben, kann man aber auch in Bolivianos bezahlen. Große Summen Bargeld sind in Dollar praktischer.
Kreditkarten sind allgemein noch wenig verbreitet und werden von Reisebüros und Tourveranstaltern ungern oder gar nicht angenommen. Wenn sie akzeptiert werden, muss man mit Aufschlag rechnen. Geschäfte auf europäischem Stand akzeptieren Kreditkarten selbstverständlich. Zum Beispiel musste sich Hubertus eine neue Brille machen lassen und konnte im Optikerladen ohne Probleme mit Kreditkarte zahlen. Die Brille kostete aber etwa europäischen Preis. Notwendig ist eine Kreditkarte als Sicherheit bei Mietwagen.

Wetter und Klima: In Sucre sind Tagestemperaturen zwischen 15 und 30 Grad normal, je nach Sonnenscheindauer und Bewölkung. Nachts kann es kälter sein, wir haben aber im Gästehaus nur mit leichten Decken geschlafen und nie eine Heizung oder wärmere Decken vermisst.
In Uyuni K´asa (Cajamarca) ist es nachts deutlich kühler, zwei Decken (oder Schlafsack plus Decke) sind nötig. Früh und abends ist es in den Hütten angenehmer, wenn man einschürt.
Ab Oktober muss man mit Regenfällen und Gewittern, auch mit Hagel, rechnen, meistens am Nachmittag oder Abend, aber auch am Vormittag möglich.
Die Sonne steht mittags sehr hoch und sticht. Ein Hut ist empfehlenswert, eine Sonnenbrille auch.
Die Sonne geht morgens zwischen 5 Uhr und 6 Uhr auf und abends zwischen 6Uhr und 7 Uhr unter.
Aufenthalt in der Höhe: Sucre liegt auf ca. 2800m, Uyuni K´asa (Cajamarca) auf ca. 3300m Höhe. Man sollte also mit Höhenanpassung rechnen. Wir hatten keine Probleme außer beim schnellen Bergauf-Gehen. Da ging uns immer leicht die Puste aus.

Essen: In Uyuni K´asa (Cajamarca) muss man sich selbst verpflegen. Es gibt Eier zu kaufen, aber alles andere muss man aus Sucre mitbringen. Alle Hütten haben Kochmöglichkeit mit Gasherden, aber es gibt keine Kühlschränke, da kein elektrischer Strom.
In Sucre kann man sich im Gästehaus selbst verpflegen. Es gibt aber auch viele Restaurants, wo man zum Teil sehr billig essen kann. In sehr einfachen Restaurants kostet das Tagesmenü zwischen 15 und 20 Bolivianos (ca. 2-3 Euro). Für Vegetarier ist das aber nichts.
Auf dem Markt findet man alles, was Bolivianer zum Leben brauchen, meistens sehr günstig. In den wenigen Supermärkten gibt es auch europäische Lebensmittel, meistens ziemlich teuer.
Einkaufen (nicht Lebensmittel): Viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind, gibt es in Bolivien fast nicht. Hier eine kleine Liste der Dinge, an denen wir gescheitert sind: CDs (es wird alles aus dem Internet heruntergeladen), Buchbestellungen, Thermometer für Lufttemperatur, Wund-Pflaster zum Abschneiden. Manchmal heißt es dann, das gibt es nur in Santa Cruz, aber das ist wohl oft eine Ausrede.

Hygiene: In Uyuni K´asa (Cajamarca) und im Gästehaus gibt es normale Toiletten. Die Duschen werden solar beheizt, das heißt, sie können auch mal kalt sein.
Unterwegs sollte man immer Toilettenpapier und Reinigungstücher dabei haben, denn nur gute Restaurants sind entsprechend ausgestattet. Auf dem Land gibt es oft kein fließendes Wasser, nur Tonnen, aus denen man schöpfen muss.
Krankheit: Sucre hat mindestens ein gutes Krankenhaus (Santa Barbara, nur drei Blöcke vom Gästehaus entfernt), wie Armgard nach einem Sturz selbst erfahren musste. Gewohnte Medikamente sollte man natürlich mitbringen.
Für Uyuni K´asa ist die Krankenstation Punilla zuständig. Der derzeitige Arzt ist sehr kompetent und aufgeschlossen. Erste-Hilfe-Kästen sind in Uyuni K´asa vorhanden

Städte: Sucre ist eine gemütliche Stadt, etwas provinziell, aber mit schönen Gebäuden, sauber und mit angenehmem Klima. Der Verkehr ist nur zu Stoßzeiten leicht chaotisch. Für Selbstfahrer ist die Straßenführung durch die vielen Hügel und Kurven unübersichtlich.
Santa Cruz de la Sierra ist heiß, windig, schmutzig und hektisch, mit chaotischem Verkehr. Der Vorteil ist die einfache Orientierung durch die regelmäßige Straßenführung mit Ringstraßen und Radialen.
La Paz ist eine moderne Großstadt mit allen Vor- und Nachteilen. Autofahren empfiehlt sich nicht, da der Verkehr ständig stockt und die Orientierung nicht einfach ist. Die neue Seilbahn ist dagegen sehr zu empfehlen, auch als Aussichtspunkt.

Kriminalität: In Sucre ist Kriminalität kein Thema. Man kann sich ohne Probleme auch nachts auf den Straßen bewegen. Natürlich sollte man die gleichen Regeln beachten wie in allen Städten. In La Paz und Santa Cruz ist mehr Vorsicht angeraten. Die Hotels warnen zum Beispiel vor falschen Polizisten und betrügerischen Taxifahrern.

Sprachkenntnisse: Da wir beide gut Spanisch sprechen, war das für uns kein Problem. Wir empfehlen jedem, der Kontakt zu Bolivianern möchte, dringend, zumindest einfache Spanischkenntnisse zu erwerben. Die Bolivianer sprechen langsam und im Allgemeinen deutlich, so dass man auch mit geringen Kenntnissen zurechtkommen sollte. Im touristischen Bereich dagegen sind die meisten Touren englischsprachig, so dass wir extra darauf hinweisen mussten, dass wir spanischsprachige Führer wünschen.

Bevölkerung: Wir haben die Bolivianer als sehr freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit erlebt. Vor allem in der Stadt war es kein Problem, Kontakt herzustellen. Auf dem Land muss man bedenken, dass viele Einheimische Quechua oder im Hochland Aymara spechen. Außerdem sollte man beim Fotografieren vorsichtig sein und Menschen direkt nur mit ausdrücklicher Genehmigung fotografieren.

Mentalität: Das Hauptproblem für Deutsche wird da wohl die Pünktlichkeit sein. Unser Eindruck war, dass nur die Überlandbusse und die Flugzeuge pünktlich sind. Bei Amaszonas entschuldigen sie sich schon für 5 Minuten Verspätung! Ansonsten muss man mit mehr oder weniger Verzögerung rechnen: Konzerte beginnen 30 bis 60 Minuten später, bei anderen Verabredungen oder Terminen ist es ähnlich. Es kann vorkommen, dass ein Laden geschlossen ist, obwohl er laut Öffnungszeiten offen sein müsste.

Verkehrswege: Sucre hat keinen Bahnhof mehr, das heißt alle Zu- oder Abfahrt erfolgt über die Straße. Dabei sind im Moment nur die Straßen nach Potosí und nach Aiquile geteert. Die Straße nach Oruro ist bis Punilla und die Straße nach Camiri bis Zudáñez hinter Tarabuco geteert. Es wird viel gebaut und die Situation wird sich in absehbarer Zeit bessern, aber im Moment muss man fast überall noch mit Pistenstücken rechnen. Außerdem kann jeder Regen die Straße durch einen Erdrutsch unpassierbar machen.
Transport zwischen Sucre und Uyuni K´asa (Cajamarca): Wenn man Glück hat, kann man mit Annelie oder Franz in der Camioneta mitfahren. Ansonsten kann man ein Taxi bei der Taxi-Genossenschaft von Punilla bestellen, Annelie hat die Telefonnummern. Diese Taxis fahren auch die Piste nach Uyuni K´asa. Sie kosten pro Person mindestens 15 Bolivianos bei 4 Passagieren. Der Nachteil ist, dass das Bestellen oft nicht klappt und die Pünktlichkeit sehr unsicher ist.
Für jüngere Leute und wenig Gepäck gibt es die Möglichkeit, ab einem Kreisverkehr in Sucre mit Bussen oder Camiones( Lastwagen) oder Taxis nach Punilla zu fahren. Dann muss man aber die Piste nach Uyuni K´asa hochlaufen, bzw. die Abkürzungswege. Das dauert je nach Kondition 40 bis 60 Minuten. Der Rückweg geht entsprechend mit Laufen und Mitfahren ab Punilla.
Öffentlicher Nahverkehr: In den Städten fährt man am billigsten mit Micros (1,5 bis 2 Bol.). Das sind halbgroße Busse, die auf Winkzeichen überall halten. Man muss allerdings ihre Fahrtroute kennen, beziehungsweise vor dem Einsteigen nachfragen, ob sie zum gewünschten Ziel fahren.
Taxis sind normalerweise Privatautos, die durch ein Schild als Taxi gekennzeichnet sind. Sie kosten 4 bis 5 Bol. pro Person und Fahrt. Außerdem gibt es Funktaxis, die man sich telefonisch bestellen kann. Hier fragt man vorher nach dem Preis für das gewünschte Ziel.

Reisen im Land: Um andere Landesteile kennen zu lernen, gibt es grundsätzlich 4 Möglichkeiten: Flugzeug, Bus, Leihwagen, organisierte Tour oder auch eine Kombination daraus.
Flüge von Sucre in andere große Städte kosten zwischen 40 und 70 Euro und sind normalerweise problemlos einige Tage vorher zu buchen.
Überlandbusse (Flotas) fahren von den Busbahnhöfen fast nur nachts in alle großen Städte. Sie brauchen dazu je nach Entfernung 7 bis 15 Stunden und sind trotz Liegesitzen wenig bequem aber billig.
In kleinere Orte der Umgebung fahren Minibusse oder Vans von festen Ausgangspunkten, nach denen man fragen muss. Sie haben bei gefragten Touren (z. B. Sucre – Tarabuco) keinen Fahrplan, sondern fahren los, wenn der Bus voll ist. Weniger gefragte Strecken werden zum Teil nur einmal pro Tag oder auf dem Land auch pro Woche bedient.
Organisierte Touren gibt es in fast alle touristisch interessanten Gebiete. Die Preise sind sehr unterschiedlich, je nachdem, ob man eine Tour „von der Stange“ bucht oder individuelle Wünsche hat. Als Beispiel die Tour zum Salar de Uyuni und zu den Lagunen: die Standardtour (3 Tage) kostet 600 bis 1000 Bolivianos pro Person, eine ebenfalls 3-tägige individuelle Tour sollte 1000 Dollar pro Person kosten. Für Touren in abgelegene Nationalparks (z. B. Kaa-Iya, Noel-Kempf) muss man Zeit und Geld einplanen.
Mietwagen sind nicht billig: mit 150 Freikilometern haben wir sowohl in Santa Cruz als auch in Sucre für einen kleinen Jeep mit Vierradantrieb etwa 70 Dollar pro Tag gezahlt. Sie sind aber manchmal die einzige Möglichkeit, abgelegene Ziele zu erreichen.
Ungewohnt sind am Anfang die Polizeikontrollen bei der Ausfahrt aus jedem größeren Ort. Aber wenn man sich ausweisen kann und Erste-Hilfe-Kasten und Warndreieck dabei hat, gibt es keine Probleme. Internationaler Führerschein ist nicht notwendig.
Fast alle geteerten Straßen kosten Maut. Das sind aber nur geringe Beträge zwischen 2 und 20 Bolivianos. Oft ist auch die Rückfahrt kostenlos, deshalb immer den Beleg aufheben.